Ahoi, Ihr Landratten!

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Beim Klabautermann, ist die Sonne schon wieder einmal rum!? Dann, Matrosen, ist es wieder Zeit, die Segel zu setzen, Unwissende kielzuholen, den Plunder zu verteilen und vor allem den Krug zu heben, denn wie jeden 19. September ist:

Talk-Like-A-Pirate-Day!

Aye, darauf genehmige ich mir, wenn der Dienst an Deck zuende geht, erstmal einen steifen Grog! Euch allen noch eine gute handbreit Wasser unter’m Kiel und allzeit gute Kaperfahrt!

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Das verlorene Eszett

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„Lerne heisse Singles aus Deiner Umgebung kennen“ fordert mich die neueste Spam-Mail auf, und wandert durch diesen Umstand ein paar Hundertstelsekunden später als ihre Artverwandten in den dazugehören virtuellen Abfalleimer. Nicht der Singles wegen, sondern weil ich wieder trefflich innerlich mit dem Kopf schütteln konnte. Was ist bloß mit meinem geliebten Eszett passiert?

Es gibt so ein paar Buchstaben, Buchstabenverbindungen und Ligaturen, die meine uneingeschränkte Sympathie besitzen, warum auch immer. Hauptsächlich handelt es sich dabei um etwas ungewöhnlichere Zeichen; so eben auch das „ß“. Auch das ist mit ein Grund, weswegen ich, so lange ich darf, an der alten Rechtschreibung festhalte. Bei Delfinen, Telefonen und Fysik (ach nee, da ja nicht) bekomme ich innerlich Pickel. Nun scheint es wirklich nicht wenige Leute zu geben, die glauben, mit der Schreibreform sei insbesondere das scharfe S abgeschafft worden. Wie auch immer sie darauf kommen. Zugegeben, mit den alten Regeln (jawohl, die gab es) hatten viele so ihre Schwierigkeiten, weswegen nur eine übrigblieb: ss nach Kurzvokal, ß nach Langvokal (wobei ein Diphtong, also ein Doppelvokal wie „ei“ oder „au“, als Langvokal gilt). Gefallen ist die Regel, ein Doppel-s im Wortauslaut in ein Eszett zu wandeln. Das macht das ganze nach meinem Empfinden nicht viel einfacher, wenn es denn vorher schwierig war, dafür aber häßlicher. (Aha, ein Punkt, an dem Personen, die mit besagter Regel Schwierigkeiten haben, nachfragen könnten, weshalb dann bei „häßlich“ kein Doppel-s steht. Ganz einfach, bei Wortverbindungen gilt wieder die Auslautgeschichte.)

Wohlgemerkt: Die Regel mit dem Langvokal ist geblieben. Wir sind hier ja nicht in der Schweiz! Naja, ich zumindest nicht. Und trotzdem wimmelt es in Korrespondenzen von „Grösse“ und „schliessen“. Wirklich „Spass“ macht das Lesen da nicht. Schön und gut, privat darf ja jeder schreiben, wie er meint, auch ich erlaube mir da ja manchmal so meine stilistischen Eigenheiten, aber leider bleiben diese Fehlschreibungen nicht im kleinen Kreis. Man findet sie auf Flyern, Webseiten, Straßen- (oder Strassen-?)schildern, Ladenschildern, Geschäftsbriefen… einfach überall. Die Krönung habe ich zur kürzlichen WM auf dem Poster einer Jugendorganisation an einer deutschen Realschule gefunden: Fussball.

Und da wundern sich die Firmen, wenn die deutschen Schulabgänger in ihren Bewerbungen nicht richtig schreiben können, wenn sie sogar in der Schule so etwas häufiger vor Augen haben!? (Gehört zwar nicht wirklich in diesen Beitrag, aber wenn ich schon bei Plakaten für Schüler an Schulen bin: Ein anderes zierte der Satz „Jedes Mädchen hat ihren eigenen Stil“ (oder so ähnlich) *autsch*)

Aber ich will hier ja nicht Bastian Sick seinen Arbeitsplatz streitig machen. 😉

In diesem Sinne: Heisse Grüsse

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Eszett